Karlshorst auf einen Blick

karlshorst-haeuserKarlshorst ist neben Friedrichsfelde, Lichtenberg, Falkenberg, Malchow, Wartenberg, Neu-Hohenschönhausen, Alt-Hohenschönhausen, Fennpfuhl und Rummelsburg einer der zehn Ortsteile des Berliner Verwaltungsbezirks Lichtenberg.

Im Osten Berlins gelegen grenzt Karlshorst in nördlicher Richtung an Friedrichsfelde , in nordwestlicher Richtung an Rummelsburg (beide zum Verwaltungsbezirk Lichtenberg gehörend). In östlicher Richtung wird Karlshorst durch Biesdorf (Verwaltungsbezirk Marzahn-Hellersdorf) begrenzt, in südlicher Richtung durch den zum Verwaltungsbezirk Treptow-Köpenick gehörenden Ortsteil Oberschöneweide.

Mit 660 Hektar nimmt der Ortsteil Karlshorst knapp 13% der Gebietsfläche des Bezirks Lichtenberg ein (Gesamtbezirk 5229 Hektar). Von den im gesamten Verwaltungsbezirk gemeldeten 262.468 Einwohnern (Stand Juni 2013) leben hier lt. Einwohnerregisterstatistik vom 31.12.2013 23.599 Menschen.

Der Ortsteil Karlshorst findet seine erste Erwähnung 1825 als „Vorwerk Carlshorst“

(Vorwerk = landwirtschaftlicher Gutshof oder auch Nebenhof eines Gutes). Namensgebend war der damalige Eigentümer des Rittergutes Friedrichsfelde, Carl von Treskow (1787-1846), der dort bereits eine Musterlandwirtschaft nach Vorstellungen des preußischen Landwirtschaftsreformers Albrecht Thaer einrichtete und erster Frischmilchproduzent Berlins war. Er ließ die Urzelle des heutigen Karlshorst, das „Vorwerk Carlshorst“ auf seinem Grund und Boden errichten und mustergültig ausbauen. Die von ihm angelegte Verbindungschaussee zwischen Karlshorst und Friedrichsfelde heißt bis heute Treskowallee.

Der „Verein für Hindernisrennen“ verlegt die Trabrennbahn von Westend nach Carlshorst und am 09.05.1894 kann hier das Eröffnungsrennen stattfinden.

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Im selben Jahr, nämlich am 28.05.1894 wird der Grundstein der Stiftungshäuser des Kaiser Wilhelm II. in der heutigen Lehndorffstraße (bis 1934 Kaiser-Wilhelm-Straße) gelegt. Diese ersten Carlshorster Häuser wurden an bedürftige Familien, vor allem an Eisenbahnbedienstete aus Friedrichsfelde vergeben. Sie werden 1943 bei einem Luftangriff zerstört.

Diese Siedlung wurde von dem Friedrichsfelder Gemeindevertreter und Baumeister Oscar Gregorovius entworfen. Auf dem etwa 60 Hektar großen Gelände war eine vom Grundriss her einfache rechtwinklige Bebauung mit etwa gleich großen Parzellen geplant.

1895 wird der „Koloniekonsens“ durch Landrat Wilhelm von Waldow unterzeichnet.

Der Tag der Unterzeichnung gilt als Gründungsdatum der späteren Villen- und Landhauskolonie Carlshorst.

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Am 24.06.1901 findet die amtliche Festlegung der Schreibweise „Karlshorst“ statt. Ein Jahr später kann nach zweijähriger Bauzeit der S-Bahnhof Karlshorst eröffnet werden. Berlin und der Müggelsee sind nun gut erreichbar und Karlshorst wird zu einem beliebten Ausflugsziel für viele Berliner.

Ende 1910 wird in der heutigen Ehrlichstraße (bis 1951 Auguste-Viktoria-Straße) die „Friedrichsfelder Volksschule“ mit sieben Klassen eröffnet.

Bis 1920 gehört Karlshorst zur Gemeinde Friedrichsfelde. Mit der Bildung „Groß Berlin“ im Jahr 1920 wird Karlshorst als Ortsteil des Berliner Bezirks Lichtenberg nach Berlin eingemeindet.

Kurz nach der Eingemeindung wird durch den Architekten Peter Behrens die Waldsiedlung Wuhlheide mit zweigeschossigen Häusern, Hausgärten und Stallungen für Kleintiere nach sozialem Konzept errichtet. Die Siedlung steht heute unter Denkmalschutz. Der nach 1937 entstandene Ausbau weicht von den Originalplänen ab.

Im Dezember 1936 wird die im Stil einer römischen Basilika erbauten katholische St. Marienkirche eingeweiht. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gotteshaus wurde zwischen 1945 bis 1949 als Depot der sowjetischen Armee genutzt.

Ab 1945 bis 1962 war ein großer Teil des nördlichen Karlshorst sowjetisches Sperrgebiet, welches ab 1949 jedoch von deutschen Bewohnern wieder betreten werden durfte.

Als ab 1994 die letzten russischen Soldaten aus Karlshorst abgezogen wurden, begann der Ausbau der Infrastruktur, Wohnhäuser wurden saniert und der Ortsteil entwickelte sich wieder zu einem beliebten Wohngebiet.

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Karlshorsts Bild ist geprägt von viel Grün. Die S-Bahn trennt den Ort in den nördlichen und südlichen Teil. Nördlich der S-Bahn findet man vor allem Einfamilienhäuser und Altbauten. Rund um den Bahnhof entsteht das neue Ortszentrum. In Karlshorst Süd, rund um die Lehndorffstraße, befindet sich das Prinzenviertel , das Denkmalensemble mit Siedlungshäusern, die Wiege Karlshorsts. Seinen Namen erhielt das Viertel, da die Straßen ursprünglich die Namen der preußischen Prinzen trugen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Straßen nach brandenburgischen Seen umbenannt. In Karlshorst Süd befindet sich auch die Ehrlichstraße mit seinen Läden des täglichen Bedarfs.

Wer es also etwas beschaulicher mag, ist in Karlshorst gut aufgehoben. Alle Belange des täglichen Lebens finden sich in unmittelbarer Umgebung. Die Anbindung an die innerstädtischen Bezirke mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem PKW ist gut, Ausflugsziele befinden sich in näherer Umgebung.

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