Moabit auf einen Blick

moabit-wasserMoabit ist neben dem Hansaviertel, Tiergarten, Mitte, Wedding und Gesundbrunnen einer der sechs Ortsteile des Berliner Verwaltungsbezirks Mitte.

Mittig in Berlin gelegen grenzt Moabit in südlicher Richtung an das Hansaviertel und Tiergarten, in östlicher Richtung an Mitte, nördlich an Wedding. Im Westen wird Moabit durch die zum Verwaltungsbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gehörenden Ortsteile Charlottenburg und Charlottenburg Nord begrenzt. Zudem wird Moabit durch den Westhafenkanal, den Charlottenburger Verbindungskanal, die Spree und den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal begrenzt und ist über 25 Brücken mit den umliegenden Ortsteilen verbunden.

Von den knapp 330.000 Einwohnern des Bezirks zählte der Ortsteil Moabit im Juni 2013 lt. Einwohnerregisterstatistik 72.714 Einwohner auf einer Fläche von 772 Ha
(Gesamtfläche des Bezirkes: 3947 Ha).

Etwa ab dem 13. Jahrhundert wurde die Große Stadtheide, später Kämmereiheide, heute Moabit, als Viehweide genutzt. Das Gelände stand zu jener Zeit noch unter der Verwaltung Berlins. Im Laufe des 15. Jahrhunderts ging dieses Gebiet in den Besitz der brandenburgischen Kurfürsten über. Das wald- und wildreiche Gelände wurde zum Jagdgebiet der kurfürstlichen Gesellschaften und mit einem Wildschutzzaun versehen. 1685 wurde das Staakensetzerhaus, die Dienstwohnung des Wärters dieses Zauns erbaut. Dieses Gebäude wurde 1710 in einen landwirtschaftlichen Betrieb umgewandelt.

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Um 1717 lies König Friedrich Wilhelm I im heutigen Alt-Moabit Hugenotten ansiedeln. Häuser sollten gebaut, Maulbeerbäume gepflanzt werden und eine Seidenraupenzucht entstehen. Der Name Moabits geht vermutlich auf eben diese französischen Glaubensflüchtlinge zurück (terre de Moab = Land der Moabiter, Zufluchtsstätte der Israeliten nach ihrem Auszug aus Ägypten, Altes Testament). Wegen des kargen Bodens misslang das Gedeien der Maulbeerbäume und damit auch die Seidenraupenzucht, aber der Grundstein für Moabit war gelegt. Etwa zur gleichen Zeit entstanden die königlichen Pulvermühlen in der Nähe des Moabiter Weinbergs (heute Humboldthafen). Das militärische Gelände wurde in den folgenden Jahren erweitert und grenzte nach dessen Ausbau nahe an die Hugenotten-Siedlung.

moabit-neubauIm heutigen Westfälischen Viertel entstanden Ende des 18. Jahrhunderts die ersten Gaststätten und wurden zu einem beliebten Ausflugsziel der Berliner.

Im heutigen Alt-Moabit errichteten die ersten wohlhabenden Berliner Bürger ihre Sommerresidenzen. Die Kolonie, die seit 1818 nördlich von (Alt)-Moabit entstanden war erhielt zur Unterscheidung den Namen Neu-Moabit. Durch die rasante Bevölkerungszunahme verschmolzen beide Teile miteinander und lebten zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Moabit nur 120 Menschen, so waren es 1861, als Moabit nach Berlin eingemeindet wurde schon 6534 Einwohner.

Zwischen 1880 und 1910 erhöhte sich die Einwohnerzahl von knapp 30.000 auf stattliche 190.000. Mit der Bildung Groß-Berlins im Jahr 1920 wurde Moabit zum Ortsteil des Bezirks Tiergarten. Seit der Verwaltungsreform von 2001 ist Moabit ein Ortsteil des Verwaltungsbezirks Mitte.

Galt Moabit lange als Arbeiterviertel, ändert sich das Bild der Bewohner des in Berlins Mitte verkehrsgünstig gelegenem Ortsteil. Der im Norden Moabits gelegene Stephankiez wurde mittlerweile komplett saniert. Die historische Bausubstanz des Gründerzeitviertels konnte zu 90 Prozent erhalten werden. Ein erwähnenswertes Baudenkmal befindet sich hier in der Birkenstraße. Diese mit Birken bepflanzte Allee wurde zwischen 1822 und 1834 als Verbindungsstraße zwischen den Pulvermühlen und dem Schießplatz in der Jungfernheide angelegt und gehörte zu den ersten Straßen in Neu-Moabit. Das durch Zimmermeister Julius Albert Egerland auf eigene Rechnung errichtete Mietshaus in der Birkenstraße 49 wurde 1773 fertiggestellt. In den Wohnungen sollten die qualifizierteren Beschäftigten der Borsigschen Fabriken untergebracht werden. Der Sohn des Gründers der Borsigwerke, Albert Borsig, erwarb das Gebäude 1884. Das Gebäude mit der feingliedrigen Stuckfassade besitzt in Höhe des ersten Obergeschosses ein Relief mit kämpfenden Löwen und wurde in spätklassizistischer Bauweise unter Einfluss der Schinkelschule errichtet. Die nach oben hin abnehmenden Geschosshöhen zeigen die Qualitätsunterschiede der Wohnungen an. Zwischen 1988/89 wurde das Gebäude saniert und dessen Fassade restauriert.

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Moabit erfreut sich wachsender Beliebtheit. Kulturell interessierte kommen hier auf ihre Kosten. Im „Hamburger Bahnhof" kann man Kunst der Gegenwart bestaunen. In der „Kulturfabrik" finden u.a. Konzerte und Lesungen statt, im zugehörigen Freiluftkino werden aktuelle Filme und Klassiker gezeigt. Jährlich finden die Moabiter Kulturtage „Inselglück" statt, im „Afrikahaus" gibt es wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen.

Die aus der Gründerzeit stammende Markthalle, Arminiushalle nahe der Turmstraße gilt als eine der schönsten Berlins und lädt zum Einkaufen ein.
Auch der zwischen 1995 und 2006 erbaute Hauptbahnhof steht auf Moabiter Boden und bietet neben seinen Reisemöglichkeiten viele Geschäfte.

Als grüne Lunge Moabits bieten der Fritz-Schloß-Park mit seinem denkmal-geschützten Poststadion (Fußballstadion), Hallenbad, Tennisanlage, Turn- und Ruderhalle, Rollschuhbahn und Rundweg mit Fitnessgeräten, der Ottopark und der Kleine Tiergarten Erholung und Freizeitspaß.

Postleitzahlen in Moabit:
10551, 10555, 10557, 10559, 10553

Straßen in Tiergarten:
Siehe Berlin-Mitte

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