Altglienicke auf einen Blick

natur-altglienickeAltglienicke liegt im Südosten Berlins und ist eines der ältesten Siedlungsgebiete des Stadtbezirks Treptow-Köpenick. Gefundene Herdstellen lassen auf eine Besiedlung bereits um 2000 v. Chr. schließen.

Ein Dorf Glinik wird erstmals im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet Lehm bzw. Lehmfelder. Durch kaiserliche Verfügung wurde am 17. April 1893 die Gemeinde Altglienicke gegründet. Bereits 1904 wurde sie ans Elektrizitätsnetz angeschlossen, 1908 dann eine eigene Gasanstalt eingeweiht. Ein Zweckverband mit dem damaligen Preußischen Landgemeinden Adlershof und Grünau stellte die Wasserversorgung sicher. Sichtbares Zeichen für die rasante Entwicklung Altglienickes ist der von Heinrich Scheven entworfene und in den Jahren 1905/1906 gebaute fast 40 Meter hohe Wasserturm auf dem Falkenberg. Das Baudenkmal beherbergt heute u. a. das Altglienicke-Museum mit einer Ausstellung zur Geschichte des Ortes. 1920 wurde Altglienicke in Groß-Berlin und den neu geschaffenen Bezirk Treptow eingemeindet. Aktuell leben in dem knapp acht Quadratkilometer großen Ortsteil rund 26.600 Menschen.

kirche-altglienickeAnfang des 20. Jahrhunderts wurde der Teltowkanal fertig gebaut, der die Spree-Oder-Wasserstraße mit der Unteren Havel-Wasserstraße verbindet und Altglienicke vom nördlich gelegenen Adlershof trennt. Im Süden des Ortsteils liegt – bereits in Brandenburg – der Flughafen Schönefeld. Der 60 Meter hohe Falkenberg und die 1962 eröffnete S-Bahnstrecke nach Schönefeld grenzen Altglienicke nach Südosten vom Ortsteil Bohnsdorf ab. Im Westen schließt sich das zum Bezirk Neukölln gehörende Rudow an.

Topografisch durchzieht Altglienicke die sogenannte Hangkante: der Übergang des Höhenzugs Teltow zum Berliner Urstromtal, einem Überbleibesel der letzten Eiszeit. Im örtlichen Sprachgebrauch liegt der historische Ortskern Altglienickes deshalb „vor oder unter dem Berg", die später im Süden hinzugekommenen Siedlungsgebiete „am beziehungsweise auf dem Berg". Rund um die 1895 erbaute Pfarrkirche sind große Teile des alten Ortes noch erhalten.

altbauten-altglienickeAltglienicke besteht aus zahlreichen alten Siedlungen mit eigenem Charakter wie Spreetal, Altglienicker Höhe, Grüneck, Sachsenberg, Falkenhöhe und Altglienicker Grund. Zu Altglienicke gehört auch die weithin bekannte Gartenstadt Falkenberg. Die Wohnsiedlung wurde zwischen 1913 und 1916 nach Plänen des Bauhaus-Architekten Bruno Taut errichtet und ist die älteste der sechs UNESCO Weltkulturerbe-Siedlungen in der Hauptstadt. Bekannt ist sie auch unter dem Namen „Tuschkastensiedlung", denn statt dem damals üblichen Grau verpasste Taut den Häusern Farben wie aus dem Tuschkasten: Rot, Orange, Gelb, Blau.

Auf zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen entstanden ab Mitte der 1980er Jahre größere Neubausiedlungen wie das sogenannte Kosmosviertel an der Schönefelder Chaussee. Das Kölner Viertel, dessen Name sich an die 1990 geknüpfte Städtepartnerschaft zwischen Berlin-Treptow und Köln anlehnt, war zunächst als Hochhaussiedlung in Plattenbauweise geplant. Nach Bürgerprotesten blieb es jedoch bei nur einem Komplex. Im übrigen Viertel entstanden Häuserblocks in Bogenform, Wohnhöfe mit Grünflächen und Sitzbänken sowie Spielanlagen für Kinder.

strassenszeneWährend des Kalten Krieges wurde Altglienicke Schauplatz einer spektakulären Spionageaffäre: Unterirdisch verliefen hier die Fernmeldeleitungen von der sowjetischen Botschaft in Berlin-Mitte und der KGB-Zentrale in Karlshorst zum deutschen Hauptquartier der Roten Armee in Wünsdorf. In den 1950er Jahren wollten Amerikaner und Briten die sowjetische Nachrichtenübermittlung anzapfen und gruben einen Tunnel vom West-Berliner Rudow bis unter die Schönefelder Chaussee. Ein Doppelagent verriet die Unternehmung jedoch und die Sowjets konnten die westliche Spionage über ein Jahr mit falschen Informationen in die Irre führen. Berühmt wurde der Altglienicker Spionagetunnel übrigens auch durch den 1992 gedrehten Film „...und der Himmel steht still" mit Anthony Hopkins und Isabella Rosselini.

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12524

Straßen in Altglienicke:
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