Biesdorf auf einen Blick

biesdorf-badeseeBiesdorf ist neben Marzahn, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Hellersdorf einer der fünf Ortsteile des Berliner Verwaltungsbezirks Marzahn-Hellersdorf.

Im Osten Berlins gelegen grenzt Biesdorf in nördlicher Richtung an den Ortsteil Marzahn, in nordöstlicher Richtung an Hellersdorf und in östlicher Richtung an Kaulsdorf (alle zum Verwaltungsbezirk Marzahn-Hellersdorf gehörend). In westlicher Richtung wird Biesdorf durch die zum Verwaltungsbezirk Lichtenberg gehörenden Ortsteile Friedrichsfelde und Karlshorst begrenzt. Im Süden schließt sich der zum Verwaltungsbezirk Treptow-Köpenick gehörende Ortsteil Köpenick an.

Mit 1240 Hektar nimmt der Ortsteil Biesdorf gut 20% der Gebietsfläche des Bezirks Marzahn-Hellersdorf ein (Gesamtbezirk 6174 Hektar). Von den im gesamten Verwaltungsbezirk gemeldeten 248.786 Einwohnern leben hier lt. Einwohnerregisterstatistik vom 31.12.2013 25.689 Menschen und ist somit eher dünner besiedelt.

Gegründet wurde Biesdorf vermutlich in der Mitte des 13. Jahrhunderts, wie viele Dörfer im Barnimer Umland von Berlin. Die Dorfkirche stammt wahrscheinlich aus dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts, was jedoch nicht zu belegen ist.

Biesdorf findet seine erste urkundliche Erwähnung als Bysterstorff im Landbuch Kaiser Karl IV. im Jahr 1375. Es wird festgehalten, dass Bysterstorff 62 Hufen (Gehöft mit einer Größe von 30 Morgen = 7,659 Hektar) vorzuweisen hat - vier davon sind Pfarrhufen, ferner gibt es eine Kirchenhufe.

Zu jener Zeit war Henning von der Gröben aus dem märkischen Adelsgeschlecht Besitzer der Dorfanlage.

1472 bekamen Werner, Nickel und Bertram von Pfuel das kleine Biesdorf als Lehen. Ein Rittergut jener Familie wurde erstmals 1587 schriftlich erwähnt.

Die Familie von Pfuel war bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts hier ansässig.

Wie in vielen Dörfern der Mark Brandenburg dezimierte sich die bis dahin stetig wachsende Bewohnerzahl von Biesdorf im Laufe des Dreißigjährigen Krieges drastisch. 1652 zählte das Dorf nur noch vier Bauern und sechs Kossäten (Besitzer einer kleinen Kate).

1653 erwarb Kurfürst Friedrich Wilhelm einen Teil des Angerdorfes, dreizehn Jahre später befand sich das gesamte Biesdorf in seinem Besitz. Unterstellt war es dem kurfürstlichen Amt Köpenick bis 1872.

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Das Amtsvorwerk wurde 1827 wiederum zunächst an Karl August Friedrich Lettow veräußert und wechselte bis 1887 mehrfach seinen Besitzer. In jenem Jahr ging der Besitz des Gutes an Günther von Bültzingslöwen, der, in finanzielle Not geraten, es noch im selben Jahr an Werner von Siemens weitergab. Zwei Jahre später übertrug dieser es seinem Sohn Wilhelm.

1874 findet in dem neu gebildeten Amtsbezirk die erste Gemeindevertreterwahl statt. Biesdorf bleibt bis 1920 selbständig und gehört zum Kreis Niederbarnim.

Der Ort wächst und gewinnt an Bedeutung. 1885 wird der Bahnhof der Königlichen Ostbahn eröffnet. 1893 wird die Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische „Wuhlgarten“ nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht (heute Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus). 1904 bekommt Biesdorf einen Anschluss an das Wasser- und Gasnetz, zehn Jahre später einen Anschluss an das Stromnetz.

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Mit der Bildung „Groß Berlin“ wird Biesdorf 1920 nach Berlin eingemeindet und zum Ortsteil des Bezirks Lichtenberg. Sieben Jahre später erwirbt die Stadt Berlin auch das Schloss, das Gut und den Park Biesdorf. 1977 werden das seit 1955 für kulturelle Zwecke genutzte Schloss und der zugehörige Park unter Denkmalschutz gestellt.

1979 wird Biesdorf zum Ortsteil des neu gegründeten Stadtbezirks Marzahn.

Mit der Gebietsreform von 2001 gehört der Ortsteil zum Verwaltungsbezirk Marzahn-Hellersdorf.

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Biesdorfs Bild ist auch heute noch dörflich geprägt mit großzügigen Grundstücken und viel Grün. Die S-Bahntrasse teilt den Ortsteil in den nördlichen und südlichen Bereich. Im nördlichen Teil findet man Geschäfte für den täglichen Bedarf. In dessen Umfeld liegen Ein- und Zweifamilienhäuser mit Gärten. Im südlichen Teil finden sich Häuser verschiedener Epochen, Landhäuser, Datschen, und Ein- bis Zweifamilienhäuser. Die Villenkolonie stammt aus der Zeit um die Jahrhundertwende mit Alleen, bestückt mit alten Parkbäumen.

Das Schloss Biesdorf wurde 1868 als spätklassizistische Turmvilla erbaut. Sein Erscheinungsbild verdankt es den Architekten Heino Schmieden, Martin Gropius und Theodor Astfalck. Zeitweise fungierte es als Freizeiteinrichtung. Seit 1994 wird das Schloss als kulturelles Zentrum genutzt. Im zugehörigen Schlosspark finden sich eine Parkbühne, eine Teich, ein Teehaus und ein Lesegarten. Ferner findet in dem Park jährlich das traditionelle Biesdorfer Blütenfest statt.

Wer es also etwas beschaulicher mag, ist in Biesdorf gut aufgehoben. Alle Belange des täglichen Lebens befinden sich in unmittelbarer Nähe. Die Anbindung an die innerstädtischen Bezirke ist gut, das nahe Brandenburg ist schnell erreichbar und lädt zu Ausflügen ein.

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