Der Ortsteil Marienfelde gehört seit der Gebietsreform von 2001 zum Verwaltungsbezirk Tempelhof-Schöneberg.

Im Süden von Berlin gelegen, grenzt Marienfelde in südwestlicher Richtung direkt an Brandenburg, an die ebenfalls zum Bezirk Tempelhof-Schöneberg gehörenden Ortsteile Lichtenrade im südosten und Mariendorf im nordosten, sowie in westlicher Richtung an den zum Verwaltungsbezirk Steglitz-Zehlendorf gehörenden Ortsteil Lankwitz.

Mit rund 900 Hektar nimmt Marienfelde etwa 17% der Gebietsfläche des Bezirks Tempelhof-Schöneberg ein. Von den im gesamten Verwaltungsbezirk gemeldeten 336.144 Einwohnern leben hier knapp 31.000 Menschen.

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Zusammen mit dem angrenzenden Mariendorf wurde Marienfelde um 1220 von Angehörigen des Templerordens gegründet. Nach dessen Auflösung gehörte das kleine Dorf ab 1312 zum Johanniterorden. Seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1344. Damals gehörte Marienfelde noch zum Kreis Teltow und wurde Merghenvelde genannt. 1435 wechselte der Besitzer erneut und gehörte nun dem Berliner Magistrat.

Zwischen 1776 und 1777 wurde der „Königsgraben“ angelegt. Er verlief zwischen Marienfelde und Lichtenrade und sollte den ansässigen Bauern mehr landwirtschaftliche Erträge in dem sumpfigen Gebiet ermöglichen.

villaIm Jahr 1844 erwarb Adolf Kiepert das Dorf (damals weniger als 200 Bewohner) und schuf einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb, das „Rittergut Marienfelde“ (Alt Marienfelde).

Im Jahr 1875 wurde der Bahnhof eingeweiht. Westlich der Eisenbahn entstand 1888 die Villenkolonie Neu Marienfelde, zeitgleich entwickelte sich östlich der Eisenbahn ein Industriegebiet.

Um das Jahr 1900 zählt der Ort bereits knapp 4000 Einwohner. Mit der Bildung „Groß Berlins“ wird Marienfelde 1920 Teil des Bezirks Tempelhof. In den folgenden Jahren wird die Villenkolonie in südlicher Richtung ausgebaut, im Südosten entsteht entlang der Bahn eine weitere Siedlung und Ende der 1930er Jahre zählt Marienfelde bereits mehr als 10.000 Einwohner.

Während des Zweiten Weltkrkieges wird das Zentrum Neu Marienfeldes in großen Teilen zerstört, die Einwohnerzahl um 2000 dezimiert. Nach Ende des Krieges wachsen Alt- und Neu Marienfelde zusammen. In den 1950er bis 1960er Jahren entstehen nördlich des alten Ortskerns Mietwohnungen und Einfamilienhäuser, zum Teil auf Freiflächen und Ländereien des „Klosters vom Guten Hirten“. Das Kloster wurde in den Jahren 1905 bis 1968 als Besserungsanstalt für Frauen und Mädchen betrieben. Heute sind dort soziale Einrichtungen untergebracht, die Klosterkirche wird von der katholischen Gemeinde genutzt.

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Um die Waldsassener Straße herum entsteht in den 1970er Jahren ein von Hochhäusern geprägtes Wohngebiet, am Nahmitzer Damm/Motzener Straße ein Industriegebiet, wo sich heute eine Werksniederlassung der Fahrzeugfertigung mit 3000 Mitarbeitern von Daimler/Chrysler befindet.

Hatte Marienfelde zu Beginn der 1970er Jahre noch 18.000 Einwohner, waren es 1977 schon über 32.000.

Marienfelde auf einen Blick

Das von Industriegebieten umschlossene Viertel zwischen Nahmitzer Damm und S-Bahnhof Marienfelde ist abwechslungsreich, idyllisch, grün. Hier finden sich Villen des frühen letzten Jahrhunderts, Wohnsiedlungen mit niedriger Bauweise ebenso, wie denkmalgeschützte alte Bauernhäuser - ein Dorf am Rande der Großstadt!

Marienfelde hat sich mit seinem gut erhaltenen historischen und verkehrsberuhigten Dorfkern einen nahezu ländlichen Charakter erhaltenen.

backsteingebaeudeAuf dem Dorfanger (Alt Marienfelde) steht die um 1220 erbaute Dorfkirche. Bestehend aus den für die Region typischen Feldsteinen, ist die das älteste Gebäude Berlins, das in seiner weitestgehend ursprünglichen Form erhalten werden konnte.

Der am ehemaligen Rittergut Marienfelde gelegene „Gutspark“, eine beliebte Erholungsfläche, liegt unmittelbar am alten Dorfanger und lädt zu Spaziergängen ein.

Auch die 80 Jahre alte Kapelle auf dem Kirchhof Marienfelde hat einen Blick verdient.

Ebenfalls erwähnenswert und besondere Kennzeichen des Ortsteils sind die Siedlungen im Tirschenreuther Ring, sowie die Stadtrandsiedlungen an der Marienfelder Allee.

Hier befindet sich auch das zentrale Museum für Deutschland zum Thema „Flucht und Ausreise aus der DDR“ und die Erinnerungsstätte des 1953 gegründeten Notaufnahmelagers Marienfelde. Von den ca. 4 Millionen Menschen, die die DDR zwischen 1949 und 1989 verließen, waren rund 1,35 Millionen hier untergebracht und wurden versorgt, bis das notwendige Verfahren für die Aufenthaltsgenehmigung in der BRD und Berlin West abgeschlossen war.

Heute wird das Gebäude als zentrale Aufnahmestelle des Landes Berlin für Aussiedler genutzt (ZAB) und dient als Übergangswohnheim für deutschstämmige Spätaussiedler aus der ehemaligen UDSSR.

Marienfelde bietet viel Grün! Im Norden des alten Ortskerns finden sich Sport- und Parkanlagen, die zum Verweilen einladen.

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Im Süden liegt der „Freizeitpark Marienfelde“, eine ehemalige Müllhalde, den die Berliner liebevoll als „Marienfelder Alpen“ bezeichnen.

Ebenfalls am südlichen Stadtrand gelegen befindet sich die „Marienfelder Feldflur“, ein Rest landwirtschaftlicher Nutzung. Marienfelde ist der Ideale Ort für Menschen, die das Beschauliche bevorzugen. Viel Natur vor der Haustür und doch befinden sich alle Belange des täglichen Lebens in nächster Nähe.

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